„Mit dem Fahrrad durch Münster“ – Mobilität für Flüchtlingsfrauen

25 Frauen und Kinder, die in den vergangenen Wochen als Flüchtlinge nach Münster gekommen sind, haben vorgestern und gestern im Rahmen der neuen Initiative des Integrationsforums Flüchtlinge Münster (IFFM e. V.) „Mit dem Fahrrad durch Münster“ ihre Radfahrprüfung erfolgreich absolviert und durften sich bei einer feierlichen Übergabe im Fahrradladen „Lila Leeze“ über ein neues Fahrrad samt Ausrüstung freuen. Organisiert wurden die Radfahrkurse von dem IFFM in Kooperation mit dem ADFC Münsterland. Zahlreiche Förderer unterstützten die Aktion, darunter die Stadt Münster, die GGUA e.V. sowie die Firma Brillux, die die 25 Fahrräder spendet.

Mit der Aktion „Mit dem Fahrrad in Münster“ bietet der IFFM praktische Hilfe für Flüchtlinge. Neben den Radfahrkursen werden vielfältige Aktionen realisiert, mit denen Flüchtlinge zur Selbstständigkeit befähigt und gezielt und nachhaltig gefördert werden, so zum Beispiel Fahrradspenden und Radfahrtouren. Manfred Spitz, Vorstandsvorsitzender des IFFM: „Wir möchten, dass die Integration in Münster leichter fällt und gelingt. Da sind wir schnell auf das Fahrrad gekommen. Vielerorts ist das Fahrradfahren nicht so üblich wie in Münster. Wir möchten mit unserer Initiative praktische Hilfe leisten und Flüchtlingsfrauen und Migrantinnen und Migranten die Möglichkeit bieten, unkompliziert und schnell Fahrrad fahren zu lernen.“ Das besondere an der Aktion: Nach abgeschlossener Radfahrprüfung erhalten die Kursteilnehmerinnen ein eigenes Fahrrad mit Helm und Schloss, das sie in Münster und im täglichen Leben nutzen können. Die Firma Brillux unterstützt die Aktion und stiftet 15 neue Damen- und 10 Kinderfahrräder, die den Kursteilnehmern zum Abschluss der bestandenen Fahrradprüfung zur Verfügung gestellt werden. Die Schlösser stammen von dem münsterischen Unternehmen Trelock und Helm und Weste sind eine Spende der WVG Westfälische Verkehrsgesellschaft und Provinzial Versicherung. Doch auch gebrauchte Fahrräder und Sachspenden sind willkommen. Bürger können Fahrräder spenden, die dann durch Unterstützer des IFFM überholt und aufbereitet und an die Flüchtlinge übergeben werden.

Fit für den Fahrrad-Alltag in Münster

Die Fahrradkurse fanden wöchentlich in 12 Schulungseinheiten auf dem Gelände des ADFC, Dortmunder Straße 19 in Münster statt. Auf dem Programm standen technische Aspekte des Fahrrades, ein Sicherheitslehrgang zum Verkehrsrecht für Radfahrer und ein mehrtägiger praktischen Fahrrad-Kurs. Alle Kurse wurden von den engagierten Radfahrlehrern der Radfahrschule des ADFC Münster durchgeführt, die die Frauen mit viel Einfühlungsvermögen beim Unterricht begleiteten. Nach Beendigung des Kurses ist vorgesehen, dass die Flüchtlingsfrauen ihre gewonnene Mobilität in Münster auch ausleben: Hierfür wird das Integrationsforum Flüchtlinge Münster Radtouren und gemeinsame Treffen organisieren.

Gute Stimmung und viele glückliche Gesichter

An den Kursen nahmen 21 Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern teil, darunter Afghanistan, Armenien, Albanien, Eritrea, Somalia, Kamerun, Pakistan, Tadschikistan, Ägypten, Ukraine und die meisten aus Syrien. Sie leben und wohnen in Münster in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften in Albachten, Nienberge, Gievenbeck, Roxel, Kinderhaus und Münster-Mitte, ein paar wenige auch in einer „eigenen“ Wohnung. Spitz: „Teilweise haben sich die Frauen beim Kurs untereinander kennengelernt und Freundschaften geschlossen. Es war toll zu sehen, wie sehr sich die Frauen über die Fortschritte auf dem Rad gefreut haben. Es wurde viel gelacht.“

Große Hilfsbereitschaft in Münster

Die Aktion hat in Münster großen Anklang und viele Unterstützer gefunden. Der Bedarf auf Seiten der Flüchtlingsfrauen und die Nachfrage nach einer Teilnahme an der Aktion ist groß. Als Mittler standen das Sozialamt sowie das Flüchtlingsamt der Stadt Münster zur Verfügung, ermittelten den Bedarf in den Unterkünften in Münster und standen der Initiative beratend zur Seite. Spitz: „Die Akzeptanz war enorm und das Projekt hat viele Förderer gefunden. Wir bedanken uns herzlich bei allen, die das Projekt bisher möglich gemacht haben.“ Dem Verein Integrationsforum Flüchtlinge Münster gelang es, engagierte Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Unternehmen und Stiftungen für das Projekt zu begeistern. Er sorgt nun dafür, dass Fahrräder, Helme und Reparaturmaterial zur Verfügung stehen. Zu den Unterstützerorganisationen zählen neben Brillux bisher der ADFC Münsterland, das Jugendausbildungszentrum JAZ der Caritas Münster, GAL/Die Grünen BV West, der Fahrradladen Lila Leeze, Provinzial Versicherungen, Trelock, Saeid Samar, „Fair für Frauen“, die Stiftung Fairmächtnis, die Stiftung Siverdes, der Verein Eine-Welt-Forum e. V. Münster, die Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e. V. (GGUA), das Sozialamt der Stadt Münster und das Flüchtlingsamt der Stadt Münster.

Hintergrund

In Münster ist das meistgenutzte Verkehrsmittel das Fahrrad. Mit diesem Angebot wollen die Initiatoren die Migrant*innen beim Erleben von Stadt und Gesellschaft unterstützen. Sie kamen aus Not und Elend, Verfolgung und Verzweiflung und riskierten auf der Flucht ihr Leben. Nun soll die soziale Mobilität mit Hilfe des Fahrrades den Frauen dabei helfen, in Münster ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Zur Förderung des Projektes ist jede weitere Hilfe willkommen! In den existierenden Flüchtlingsunterkünften ist der Bedarf recherchiert worden und das Interesse der Flüchtlingsfrauen ist groß. Es werden finanzielle Mittel für gebrauchte Fahrräder gebraucht. Für Reparaturen und für Zubehör wie Helme; aber auch für die Betreuung der gesamten Aktion. Diese Aktion ist nicht einmalig; geplant ist, dass sie dauerhaft angeboten wird. Begonnen wurde im Westen Münsters und diese Aktivität wird auf die anderen Stadtgebiete übertragen. Überall dorthin, wo Flüchtlinge in Münster leben. Jede Spende – egal ob von Einzelpersonen oder Organisationen – hilft der Aktion und den Flüchtlingen.

Um schnell und unkompliziert helfen zu können, hat das Integrationsforum ein Spendentelefon eingerichtet. Die Nummer lautet 0176 – 506 190 34.

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