Grünes Wahlprogramm: „Saubere Anleihen“ statt „dreckiger Geldanlagen“

Klimafreundliches Handeln geht nicht nur von Einzelpersonen, sondern erst recht von Institutionen aus. Die Grünen haben deshalb vergangenen Samstag eine neue Forderung in ihr Wahlprogramm aufgenommen: Sie wollen, dass sich die Stadt Münster von Geldanlagen, die in Kohle, Öl, Atom und Gas investiert sind, trennt – und statt dessen in erneuerbare Energien investiert.

Der Impuls dafür kam von einzelnen Mitgliedern der Fossil Free Münster Gruppe, die auch bei den Grünen aktiv sind. Fossil Free ist ein internationales Netzwerk von Einzelpersonen und Organisationen mit dem Ziel Institutionen vom Abzug ihres Vermögens aus der fossilen Brennstoffindustrie zu bewegen. Das Stichwort lautet Divestment. Im Moment gibt es Fossil Free Initiativen in den USA, Kanada, Europa, Australien und Neuseeland.

10 Millionen Euro beträgt die Höhe der Rückstellungen der Stadt Münster, die unter anderem in „Rohstoff- und Energieunternehmen gehalten werden, die durch ihre rücksichtslose Firmenpolitik unseren Planeten radikal ausbeuten und zerstören“, heißt es seit vergangenen Samstag im Wahlprogramm der Münsteraner Grünen. Doch soll das Geld dann nicht ungenutzt rumliegen, sondern sinnvoll genutzt werden. Besser sei es in „saubere Anleihen zu investieren und damit zugleich die Entwicklung von nachhaltigen Zukunftstechnologien gezielt zu fördern“ so der Wahlprogrammtext.

Die Liste der bedenklichen Unternehmen, in die Münster bisher investiert, ist lang. Darunter befinden sich unter anderem Total, Royal Dutch Shell, die RWE AG und REPSOL.

„Öffentliche Gelder sollten zum Erhalt und nicht zur Zerstörung von Umwelt und Natur beitragen. Deshalb freuen wir uns darüber, dass sich die Grünen unseren Forderungen angeschlossen und in ihr Wahlprogramm aufgenommen haben. Münster sollte in NRW Vorbild werden und sich von dreckigen Geldanlagen schnellstmöglich trennen“, sagt Mathilda der Gruppe Fossil Free Münster. Desweiteren könnte durch das Beenden von CO2-intensiven Investitionen das finanzielle Risiko der Kohlenstoffblase für Münster eingedämmt und bei durchdachten Neuinvestitionen die regionale Wertschöpfung gesteigert werden.

Schon 22 Städte haben es vorgemacht, unter anderem Seattle, San Francisco und die niederländischen Stadt Boxtel. Innerhalb von 5 Jahren, werden sie Investitionen in die 200 Unternehmen mit dem größten CO2-Ausstoß weltweit beenden. Das Wahlprogramm der Grünen in Münster geht sogar noch weiter. Es sieht sich auch Atomenergie und andere strittige Rohstoffunternehmen an.

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