Initiative zur Umbenennung nationalsozialistischer Straßennamen gegründet

Ich sage NEIN zu Nazi-Propaganda und Kriegsverherrlichung auf unseren Straßenschildern. Am 8. Februar 2026 stimmen wir in Münster-Mitte darüber ab, ob fünf Straßen ihre Namen behalten sollen, die sie 1936 und 1938 von der nationalsozialistischen Stadtverwaltung erhalten haben. Für mich ist klar: Diese Namen sind kein harmloses Relikt der Vergangenheit, sondern bewusst gesetzte Zeichen einer mörderischen Ideologie.

Die Nationalsozialisten benannten Straßen nach sogenannten Helden und Schlachten, um Krieg zu verherrlichen und ihre Propaganda im Alltag der Menschen zu verankern. Die Opferbereitschaft der Jugend, extremer Nationalismus und die Glorifizierung von Gewalt waren zentrale Elemente dieser Ideologie – mit dem Ziel, einen weiteren Krieg vorzubereiten. Dafür gibt es heute keinen Platz mehr. Straßennamen sind Ehrungen, und sie wirken bis in unsere Gegenwart hinein.

Der Rat der Stadt Münster hat im September 2024 einstimmig festgestellt, dass Benennungen nach Personen oder Ereignissen eine besondere Ehre darstellen und niemals einen mahnenden Charakter haben sollen. Genau deshalb müssen wir uns fragen, ob wir in der Friedensstadt Münster wirklich Menschen und Orte ehren wollen, die für millionenfaches Sterben oder nationalistische Mythen stehen. Meine Antwort ist eindeutig: NEIN.

Münster hat immer wieder bewiesen, dass es bereit ist, Geschichte kritisch zu hinterfragen – von der Umbenennung des Hindenburgplatzes bis zum neuen Namen unserer Universität. Diese Auseinandersetzungen sind notwendig, weil Geschichte nicht stillsteht und immer wieder neu bewertet werden muss.

Als Sprecher der GRÜNEN in Münster war ich bei der Gründungspressekonferenz der Initiative FÜR die Umbenennung genauso anwesend (siehe Foto) wie bei den Vorgesprächen und unterstütze ihr Anliegen ausdrücklich. Dieses NEIN ist kein Randthema, sondern ein wichtiges Signal für unsere Stadt.
Dieses NEIN bedeutet ein JA zu Frieden und Völkerverständigung, ein JA zu ehrlicher Erinnerungskultur und ein JA zum kritischen Hinterfragen unserer Geschichte. Geht also bitte am 8. Februar in Münster-Mitte zur Abstimmung und stimmt mit NEIN.

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