BILD-Zeitung (heute) pöbelt gegen „Ende Gelände“

Dass die BILD-Zeitung in ihrer Berichterstattung Tatsachen verdreht, wichtige Details unterschlägt und ganze Bevölkerungsgruppen verunglimpft, ist nicht neu. Diesmal trifft es die Klimaschützerinnen und Klimaschützer von „Ende Gelände“. Denn die BILD-Zeitung in Köln hat ihnen heute einen Artikel gewidment, der nur als Hetze gegen die Aktivistinnen und Aktivisten bezeichnet werden kann.

„Randale -Touristen besetzen Klimacamp“ ist die Überschrift des Artikels. Auf dem dazu gehörigen Foto sehen die Leserinnen und Leser schwarz gekleidete Vermummte mit einem Megaphon in der Hand. Darunter gibt schon der erste Satz des Artikels die Richtung vor: „Wird es erneut ein Gipfel der Gewalt?“ fragt BILD-Autorin Birgit Begass und setzt damit nicht nur den UN-Klimagipfel mit dem G20-Gipfel gleich, sondern beschwört in den Köpfen der BILD-Leser*innen die Gewaltszenen herauf, zu denen es im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel gekommen ist.

Im nächsten Absatz des Artikels zitiert BILD den Polizeisprecher der Stadt Aachen, der bereits im Vorfeld der Klimaproteste im November versucht hat, die Aktionen von „Ende Gelände“ schlecht zu reden. „Die reisen aus ganz Europa an und sind nur auf Krawall aus“, weiß dieser ganz genau. Die Betonung liegt auch hier auf „aus ganz Europa“ und „nur“. „Viele gehören laut Polizei zum ‚Schwarzen Block'“, hat die BILD von der Polizei erfahren und macht damit das Bild, das sie vermitteln will rund. Dass der gewaltfreie zivile Ungehorsam gerechtfertigt ist, weil die Kohle-, Öl-, und Gaskonzerne die Heimat von Millionen Menschen bedrohen und den ganzen Planeten gefährden; darauf sollen die BILD-Leser*innen gar nicht erst kommen.

Der Protest gegen die Kohleverstromung war und ist friedfertig. Es soll bei den Aktionen von Ende Gelände weder Gewalt gegen Gegenstände noch gegen Menschen geben. „Ende Gelände“ will ausschließlich zivilen Ungehorsam ausüben. Das bedeutet zwar manchmal das Durchfließen von Polizeiketten und die Besetzung der Kohleinfrastruktur, aber Gewalt lehnen die Aktivistinnen und Aktivisten von „Ende Gelände“ strikt ab. Das beweist auch der Aktionskonsens deutlich, der im Vorfeld aller Aktionen von Ende Gelände festgelegt worden ist.

Und klar ist der Protest der Klimaschützerinnen und Klimaschützer international, denn das Problem des Klimawandels ist international. Die Klimaveränderungen machen vor keiner Landesgrenze, vor keinem Gebirge oder Weltmeer halt. Das Gastgeberland der Klimakonfrenz sind die Fidji-Inseln. Auch alles ausländische Gewalttäter des schwarzen Blocks, liebe BILD?!

Die BILD, die in Köln eine Auflagenstärke von über 50.000 Exemplaren hat, will also, dass ihre Leserinnen und Leser denken, bei Ende Gelände wären nur gewalttätige Chaoten aus dem Ausland am Werk. Ich hoffe, dass die Leute und die Polizistinnen und Polizisten, die im Einsatz sein werden, nicht alles glauben, was die BILD schreibt und sich nicht aufhetzen lassen.

1 thought on “BILD-Zeitung (heute) pöbelt gegen „Ende Gelände“ Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ok, diese Meinungsmacherei der Bild-Zeitung nehme ich zur Kenntnis. Und ich stelle mich darauf ein, dass die Polizei selber wieder auf Krawall ist, dass sie uns schon rechzeitig kriminalisiert, weil sie vor hat härter als sonst vorzugehen. Vielleicht hat sie vor selber einen Schwarzen Block unter uns zu schleusen, um die Rechtfertigung zu kreieren und noch repressiver ungehemmt agieren zu können. Wir sollten extra darauf achten, solche infiltrierten Gruppen schnell zu identifizieren und aus dem „Ende Gelände“-Protest rechtzeitig zu entfernen.

    Also werden wir noch wachsamer sein als sonst und es nicht zulassen. 🙂

    Wir werden friedlich wie immer sein.

    SG an euch allen.

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