„Wir kriegen euch alle“, sagt die Altenpflegerin.

Denn wir werden alle alt und was kommt dann? Um einen Arbeitsplatz müssen die jungen Menschen (hauptsächlich junge Frauen), die am 1. Oktober in der Zentralschule für Gesundheitsberufe St. Hildegard in Hiltrup den neu eingerichteten Altenpflege-Ausbildungslehrgang (siehe WN-Artikel und Einladung) begonnen haben, sich jedenfalls nicht sorgen. Denn in Deutschland werden bis zum Jahr 2030 rund 500.000 Altenpflegerinnen und Altenpfleger fehlen; davon 100.000 allein in NRW.  Da ist es ein Trost zu wissen, dass es junge Menschen gibt, die in die Altenpflege wollen und gut ausgebildet werden. Denn wir alle werden irgendwann pflegebedürftig. Ich war als Mitglied des Sozialausschusses zur feierlichen Eröffnung des neuen Lehrgangs eingeladen und habe mit den Azubis gesprochen.

In den Reden der Verantwortlichen wurde mehrfach betont, dass Pflegeberufe keine Berufe seien, die mal eben ein Arbeitssuchender ausüben könne, wie das des öfteren manche Politiker*innen forderten, um so (bequem?) Arbeitslosigkeit abzubauen (was ist das auch für eine Botschaft gegenüber den Alten und Gebrechlichen!), sondern das sei ein Job, der eine gute Ausbildung bräuchte. Auch herrsche in der Altenpflege ein harter Wettbewerb – nicht nur um Personal. Da lohnt es sich, die Arbeitsbedingungen der Pflegerinnen und Pfleger unter die Lupe zu nehmen, denn diese wünschen sich in der Mehrheit an erster Stelle nicht mehr Geld, sondern mehr Zeit für die zu Betreuenden und (auf Platz 2) mehr gesellschaftliche Anerkennung. Ich finde, die haben sie auch verdient. Denn die Qualität der Pflege ist eng mit der Sterberate verknüpft. Ich habe einige Auszubildenden gefragt, was sie bei den Gedanken empfinden würden, im Berufsleben regelmäßig mit dem Tode konfrontiert zu sein. Ihre Antwort: „Wenn wir vorher alles getan haben, ist das in Ordnung.“ Eine sehr erwachsene Antwort, wie ich finde.

Weitere Hinweise und Tendenzen in der Pflege enthält der gleichfalls am 1. Oktober gehaltene Vortrag des Mitgliedes des Deutschen Pflegerates Carsten Drude. Er trägt den Titel: „Pflegepolitik 2.0“.

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