So war die erste Critical Mass in Münster

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Am Freitag (25.04) veranstalteten über 50 Münsteranerinnen und Münsteraner die erste Critical Mass (englisch für kritische Masse) in Münster. Für die Gleichberechtigung der FahradfahrerInnen im Straßenverkehr haben sie sich auf ihre Sättel geschwungen und gemeinsam die Straßen Münsters zurückerobert, die sonst ausschließlich dem motorisierten Verkehr vorbehalten sind. Bei strahlendem Sonnenschein radelte die Gruppe von der autofreien Siedlung Weißenburg über den Ludgerikreisel, den Bült und die Hammer Straße durch die Innenstadt.

Auf ihrer ca. 10 Kilometer langen Strecke folgten sie der Philosophie „Wir blockieren nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr!“ und achteten darauf, die anderen VerkehrsteilnehmerInnen nicht zu behindern. Laut §27 der Straßenverkehrsordnung darf man ab einer Gruppe von 16 RadfahrerInnen als geschlossener Verband gemeinsam auf der Straße fahren und die schmalen Radwege hinter sich lassen.

Zugegeben. Am Anfang war mir doch mulmig. Auf einer Straße fahren, die sonst nur dem motorisierten Verkehr vorbehalten ist; das ist schon was. Aber mit der Zeit war alles halb so wild. Weil die Gruppe FahrradfahrerInnen nicht hetzte und sehr gemütlich fuhr, könnte ich mich problemlos mit meinen Lenkernachbarinnen und Lenkernachbarn unterhalten. Sogar Eltern mit ihren Kindern waren dabei, zeigten, wie ungefährlich die Aktion war. Ich habe die familiäre Stimmung, die aufkam, sehr genossen.

Wenn am Straßenrand auf dem FußgängerInnenweg viele Menschen standen, klingelten wir um die Wette, um die Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen. So mancher AutofahrerInnen stutzten zwar, als sie uns sahen; keiner war aber aggressiv oder gar beleidigend. Nur einmal überholte uns ein Automobil von rechts auf einer Busspur. Der Fahrer entschuldigte sich aber im nach hinein sehr höflich. Und einmal versuchte sich ein Bus zwischen uns FahrradfahrerInnen zu drängen. „Das nächste Mal müssen wir wohl nicht nur mit der Polizei, sondern auch mit den Stadtwerken redem“, flaxte ein Teilnehmer darauf hin. Alle waren wirklich gut drauf, ja, nahezu ausgelassen.

Als wir wieder in der Weißenburg ankamen, gab es viel Applaus von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Stimmung war außerordentlich gut. Endlich hatten wir umgesetzt, was schon seit Wochen, wenn nicht sogar Monaten in den Köpfen der Aktiven vorhanden gewesen war.

Ab sofort findet die Critical Mass in Münster jeden letzten Freitag im Monat um 16.30 Uhr statt. Alle Münsteraner RadfahrerInnen sind herzlich eingeladen mitzukommen. Los geht’s das nächste Mal vor dem Schloss.

 

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