Meine Begrüßungsrede zum Neujahrsempfang der GRÜNEN in Münster

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Gäste,
liebe Münsteranerinnen und Münsteraner,

bevor gleich unser Oberbürgermeister Tilman Fuchs zu Ihnen spricht, ein paar kurze einleitende Worte von mir als Sprecher unseres Kreisverbands. Wirklich kurz.

Ich beginne mit einer Zahl, die uns stolz macht: 480 Gäste.
So viele wie noch nie bei einem Neujahresempfang der GRÜNEN Münster. Das zeigt, wie stark wir in dieser Stadt verwurzelt sind. Vielen Dank, dass Sie da sind – dass ihr alle da seid.

Mein herzlicher Dank gilt den Betreiber*innen des Begegnungszentrums Meerwiese und unserer GRÜNEN Geschäftsstelle, die diesen Abend mit viel Engagement möglich gemacht hat.

Und ganz praktisch: Es gibt heute gute Gespräche und gutes Essen. Zwei Suppen – eine vegan –, Pizza, Quiche und Mandelecken. Für das leibliche und das geistige Wohlbefinden ist heute gesorgt.

Denn unser Anspruch ist klar: Wenn es uns gut geht, dann soll es auch anderen gut gehen.

Das ist keine Floskel. Denn wir leben in Zeiten, in denen viele Menschen lieber wegschauen. Keine Nachrichten mehr. Zu viel Krise. Zu viel Welt. Ich halte das für einen Fehler. Denn wenn wir wegschauen, gewinnen die Schurk*innen dieser Welt.

Münster zusammen“ war unser Motto im Kommunalwahlkampf.
„Münster zusammen“ gilt heute Abend hier.
Und „Münster zusammen“ bleibt unser politischer Kompass.

Dieser Geist prägt auch den Koalitionsvertrag, den wir am Samstag unseren Mitgliedern vorlegen. Und genau dieser Geist hat uns gestern im Rathaus zusammengebracht: mit in Münster lebenden Menschen aus dem Iran und mit den anderen demokratischen Parteien haben wir uns besprochen und eine gute Resolution zur Unterstützung der Demokratiebewegung im Iran verabschiedet. Denn die Sorgen, die Trauer, die Hoffnungen und die Ängste der Menschen, die hier leben, gehören zu Münster – und sie gehen uns etwas an. Deshalb danke an alle demokratischen Parteien, die die dieses Treffen so kurzfristig möglich gemacht haben.

Liebe Freund*innen, während Menschen im Iran versuchen, eine Diktatur loszuwerden, bildet sich in den USA gerade eine heraus. Das ist eine bittere Ironie der Geschichte. Und trotzdem bin ich – wie Heribert Prantl – überzeugt: Unter dem populistischen Lärm eines Donald Trump und eines J. D. Vance gibt es sie noch immer: die USA eines John F. Kennedy und eines Martin Luther King. Diese USA sind nicht verschwunden.

Und man möchte den Menschen dort zurufen:
Schaut genau hin. Stoppt den Wahnsinn.
Rrettet die amerikanisch-europäische Freundschaft. Rettet eure Demokratie. Rettet euer Land.

Das kann man nur hoffen. Aber Hoffnung allein reicht nicht. Der kanadische Premierminister hat es gestern auf den Punkt gebracht:
„Wir dürfen uns nicht länger auf die Stärke unserer Werte verlassen – wir müssen stark genug sein, sie durchzusetzen. Wenn du nicht mit am Tisch sitzt, bist du Teil des Menüs.“
Die Ukraine weiß genau, was das bedeutet. Das sollten auch wir sehr ernst nehmen.

Ich kann Ihnen versichern: Wir GRÜNE in Münster lassen uns von der Weltlage nicht entmutigen. Und das sollten Sie und ihr auch nicht tun. Wir können nicht überall helfen. Aber wir können helfen. Jeden Tag. Auch im Kleinen. Denn aus was besteht ein Meer, wenn nicht aus kleinen Tropfen.

Und ein Tropfen ist der Bürgerentscheid am 8. Februar zu den nationalsozialistisch belasteten Straßennamen. Bitte gehen Sie – und geht ihr –, wenn ihr dazu berechtigt seid, in Münster-Mitte zur Abstimmung. Diese Debatten waren nie bequem, aber immer lehrreich. Und sie haben unsere demokratische Kultur gestärkt. Daran sollten wir anknüpfen.

Und wegen den Tropfen sammeln wir heute auch Spenden. Denn wenn es uns gut geht, dann soll es anderen auch gut gehen. Im vergangenen Jahr waren es 2.000 Euro für Stromgeneratoren in der Ukraine. In diesem Jahr sammeln wir für eine Schule im Tschad, in der geflüchtete sudanesische Kinder unterrichtet werden – für Tische, Stühle, Tafeln, ein Kopiergerät und guten Unterricht mitten in einem verheerenden Bürgerkrieg. Bitte unterstützen Sie diese Spendenaktion. Mein herzlicher Dank gilt der Darfur-Hilfe e. V. für die Zusammenarbeit.

Und wer gute, kluge Gespräche schätzt, ist heute Abend genau richtig. Nach der Rede unseres Oberbürgermeisters folgt eine Diskussion zum Thema:

„Digitalisierung im Schneckentempo? Wie Wirtschaft und Verwaltung im Dickicht von Bürokratie, Datenschutz und amerikanischen Tech-Konzernen Wege in die Zukunft finden.“

Es diskutieren: Andrea Blome, Alexandra Geese und Francis Möllerwessel – und natürlich der Mann, der jetzt auf die Bühne kommt.

Ich wünsche Ihnen und euch einen inspirierenden Abend.

Bitte begrüßen Sie mit mir den ersten GRÜNEN Oberbürgermeister der Stadt Münster:
Tilman Fuchs.

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